Tim Ferriss – ein bekannter Autor und Unternehmer – hat schon so einige Bestseller geschrieben. Am bekanntesten dürfte das Buch „Die 4-Stunden-Woche“ sein. Ich möchte heute allerdings auf ein anderes Buch von ihm eingehen: „Tools der Mentoren. Die Geheimnisse der 130 Weltbesten für Erfolg, Glück und den Sinn des Lebens“. Das Buch erschien 2017 und wurde 2024 als Taschenbuch herausgegeben (ich beziehe mich auf die 2. Aufl. 2020).
In Tools der Mentoren interviewt der Autor 130 erfolgreiche und bekannte Persönlichkeiten aus dem Showbusiness, Unternehmertum, Sport usw. Dabei stellt er ihnen 11 Fragen in einer bestimmten Reihenfolge mit dem Ziel, die Leser an die Hand zu nehmen und einen Aufruf zum Handeln zu vermitteln. Ich besinne mich in diesem Zusammenhang auf vier Lektionen, die dieses Buch eröffnet.
„Du bist der Autor deines eigenen Lebens, und es ist nie zu spät dafür, zu verändern, welche Geschichten du dir selbst und der Welt erzählst. Es ist nie zu spät, um ein neues Kapitel zu beginnen, eine überraschende Wendung vorzunehmen oder in ein völlig anderes Genre zu wechseln.“
Ferriss, Tools, 21
1. Erfolgreiche Menschen lesen viel
Die erste Frage, die Tim seinen Interviewpartnern stellt, lautet: Welches Buch (welche Bücher) verschenkt du am liebsten? Warum? Welche ein bis drei Bücher haben dein Leben am stärksten beeinflusst?
Allen Interviewpartnern gemeinsam ist die Tatsache, dass alle regelmäßig und viel lesen und das bereits seit der Jugend. Der Grund dürfte klar sein. Es geht hier um Bildung. Und zwar Bildung nicht im Sinne von einer Aneignung von Wissen, die heutzutage beispielsweise im Rahmen des Abiturs oder modularisierter Studiengänge bulimieartig gelernt und dann wieder vergessen wird. Nein. Es geht vielmehr um die Aneignung von Wissen und die Anwendung des Wissens auf das praktische Leben. Auch geht es hier um Selbstreflexion und die Auseinandersetzung mit den eigenen Zielen, Aufgaben, Wünschen und Lebensumständen.
Bücher eröffnen neue Welten. Sie laden ihre Leser auf eine Reise ins Unbekannte ein. Sie konfrontieren, provozieren, inspirieren, schockieren und durchdringen das eigene Selbst, wenn man sich auf sie einlässt. Für mich ist ein Leben ohne Bücher unvorstellbar. Dasselbe gilt für lebenslanges Lernen. Gerade in der heutigen Zeit, die von Schnelllebigkeit und technologischem Fortschritt bestimmt ist, ist es unabdingbar, sich regelmäßig fortzubilden. Bücher sind da ein guter Anfang.
„Ich wurde besser darin, nein zu Negativität zu sagen. Das erste Anzeichen von Negativität ist Reizbarkeit. Wenn ich sie erkenne, erspare ich mir selbst und meinen Angehörigen viel Leid, indem ich eine Auszeit nehme. Tiefe Atemzüge helfen.“
Aniela Gregorek in Ferriss, Tools, 148
2. Sag öfter Nein
Die Frage Nummer 10, die Tim Ferriss seinen Interviewpartnern stellt, lautet: Wozu kannst du heute leichter Nein sagen als vor fünf Jahren? Welche neuen Erkenntnisse und/oder Ansätze haben dir dabei geholfen? Irgendwelche weiteren Tipps?
Die meisten der Befragten beantworteten diese Frage damit, dass sie aktuell viel leichter Nein sagen können zu allem, was ihre Lebenszeit nicht wert ist. Hieraus lässt sich folgern, dass erfolgreiche Persönlichkeiten sehr darauf bedacht sind, ihre kostbare Lebenszeit als einen Schatz zu betrachten und diese nur mit den Dingen und Menschen zu teilen, die es wert sind. Zu allem anderen sagen sie Nein. Auch zu Gewohnheiten, die sich negativ auf ihr Leben auswirken.
Wie oft passiert es in unserem Alltag, dass irgendwelche Einladungen ins Haus flattern und wir vorschnell zusagen, insbesondere, wenn der Termin erst in ein paar Monaten ist? Doch je näher dieser rückt, desto weniger Lust haben wir, der Zusage nachzukommen. Auch fällt es vielen Menschen schwer, Nein zu ihrem Umfeld zu sagen, da sie niemanden enttäuschen wollen. Das führt allerdings langfristig zu einem Mangel an Selbstfürsorge. Ist es da nicht besser direkt Nein zu sagen, auch um sich selbst zu schützen? Und was ist mit negativen Gewohnheiten? Auch zu diesen können wir Nein sagen und das täglich.
„Ausdauer ist wichtiger als Begabung. Der Einserschüler hat keine Chance, wenn sein Nebenmann zwar nur Zweier geschrieben hat, aber mehr Leidenschaft mitbringt.“
Andrew Ross Sorkin in Ferriss, Tools, 169
3. Ziele erreicht man mit Durchhaltevermögen und Leidenschaft
Der Finanzkolumnist und Autor Andrew Ross Sorkin bringt es auf den Punkt. Wer sich hohe Ziele setzt, braucht Ausdauer, denn Ausdauer schlägt langfristig Talent. Auch erreicht derjenige, der für seine Sache brennt, sein Ziel eher als jemand, der das nicht tut.
„Tut das, was du liebst, auf eine Art, die du liebst, und widme dich fortan mit Leib und Seele diesem Projekt. Lass dich nicht von der Trägheit übermannen.“
Josh Waitzkin in Ferriss, Tools, 220
Warum sind Durchhaltevermögen und Leidenschaft so wichtig? Die Antwort ist: Auf dem Weg zum ersehnten Ziel werden sich viele Hindernisse auftun. Auch werden sich Misserfolge einstellen. Es gibt keine Garantie, dass der erste Versuch gelingen wird. Um weiter zu machen und sich von den Fehlschlägen nicht runterziehen zu lassen, ist es wichtig, dran zu bleiben. Dafür braucht man die Eigenschaft der Beharrlichkeit oder mit anderen Worten des Durchhaltevermögens. Ebenso erleichtert die Begeisterung bzw. das Brennen für etwas, sich auf das zu konzentrieren, was einem wichtig ist. Erfolg ist etwas, das sich erst über die Zeit einstellt und jeder Fehlschlag ist ein Schritt in die richtige Richtung.
4. Wähle eine Tätigkeit, die dir leicht von der Hand geht
„Mein Rat ist, einen Beruf zu wählen, der dir leicht von der Hand geht und es dir erlaubt, deiner Kreativität freien Lauf zu lassen.“
Lewis Cantley in Ferriss, Tools, 131
Lewis Cantley ist Professor für Zellbiologie an der Harvard Medical School. Sein Rat, einen Beruf zu wählen, der einem leicht fällt (und anderen nicht), zeigt einen Weg zum Erfolg auf, der etwas unbeschwerter ist. Wenn man einen Beruf ergreift, der einen nicht überanstrengt, braucht man nicht ständig hart zu arbeiten und hat auch genügend freie Zeit. Natürlich ist es möglich, Überstunden zu machen, um sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen (wenn nötig). Es wäre allerdings eine Verschwendung an Lebenszeit, wenn man die ganze Zeit Überstunden machen müsste, nur um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch sollte man seiner Meinung nach keinen Beruf ergreifen, nur weil dieser während der Studienzeit beliebt oder lukrativ war. „Technologien und Infrastrukturen ändern sich in rasender Geschwindigkeit. Niemand kann vorhersagen, welcher Job in vier Jahren der beste sein wird. (133)“ Also Augen auf bei der Jobwahl. 😉
4. Fazit
Das Buch „Tools der Mentoren. Die Geheimnisse der 130 Weltbesten für Erfolg, Glück und den Sinn des Lebens“ bietet natürlich noch mehr Lektionen als die 4 genannten. Zusammengefasst ist es eine Ansammlung an Lebenserfahrung vieler sehr unterschiedlicher Persönlichkeiten und Erfolgsgeschichten. Ob die eine oder andere Person in diesem Buch einem als Vorbild dienen kann, entscheide jeder selbst.



