Ich wünsche allen ein wunderbares, glückliches und erfolgreiches neues Jahr! Der erste Blogbeitrag widmet sich dem Thema Kapitalismus oder anders formuliert der freien Marktwirtschaft. Ausschlaggebend für das Thema ist das sicherlich in der Finanzszene bekannte Buch von dem Historiker, Unternehmer und Autor Dr. Dr. Rainer Zitelmann. Seine Bücher gehören zum Bereich Finanzbildung. Heute gehe ich seiner These nach, die bereits dem Buchtitel zu entnehmen ist „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Eine Zeitreise durch fünf Kontinente.“ Das Thema formuliert der Autor folgendermaßen: „Welches System bringt einer Mehrheit von Menschen die größte Lebensqualität? (12)“
„Es ist gar nicht entscheidend ob die `Vermögensungleichheit´ zunimmt oder nicht, sondern ob der Lebensstandard der Menschen insgesamt durch die Entwicklung des Kapitalismus eher angehoben wird oder nicht.“
Zitelmann, Kapitalismus, 13
1. Das Wirtschaftssystem Kapitalismus
Laut Zitelmann ist der Kapitalismus der Grund für ein ungeheures Wachstum des Lebensstandards und die massive Verbesserung der Lebensumstände weltweit. Insbesondere in westlichen Ländern hat sich dieses Wirtschaftssystem vor etwa 200 Jahren etabliert. Das Fundament eines kapitalistischen Systems basiert auf „Privateigentum, Unternehmertum, freie Preisbildung und Wettbewerb“ (16). Erst diese Rahmenbedingungen haben die wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen der heutigen Zeit ermöglicht.
Die Rolle des Staates ist in diesem Zusammenhang darauf beschränkt für innere und äußere Sicherheit zu sorgen und attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die genannten Faktoren auch umgesetzt werden können. Mehr Staat bedeutet „weniger Zunahme an Wohlstand und manchmal sogar einen absoluten Rückgang des Wohlstandes für eine Gesellschaft. (8)“ Das erleben wir gerade in Deutschland, wo die freie Marktwirtschaft durch sozialistische und ideologische Gedanken über die letzten Jahre zurückgedrängt wurde. Die Auswirkungen sind in vielen Bereichen sichtbar und ein weiterer Rückgang der Wirtschaft wird zum weiteren Verlust des Wohlstandes führen.
An dieser Stelle zeigt sich auch die Absurdität jeglicher Umverteilungsbemühungen. Hier bedient sich der Autor in Anlehnung an Ludwig Erhard der Analogie eines Kuchens. Während die einen versuchen, möglichst gleiche Stücke an alle zu verteilen, bis nichts mehr da ist, strebt die freie Marktwirtschaft danach einen größeren Kuchen zu kreieren. Folglich wird dann auch der Anteil des Einzelnen am Kuchen größer. Damit dies gelingen kann, muss der Staat zurückgedrängt werden. Konkret bedeutet das „Abbau von Bürokratie, Abschaffung überflüssiger Vorschriften und kräftige Steuersenkungen“ (120).
„Wirtschaftliche Freiheit nutzt fast allen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben belegt: Je mehr wirtschaftliche Freiheit es gibt, desto wohlhabender sind die Volkswirtschaften, desto wahrscheinlicher erreichen sie ein hohes Wirtschaftswachstum, desto höher ist sogar das Einkommen der ärmsten 10 % der Bevölkerung.“
Zitelmann, Kapitalismus, 172
2. Was zeigt die Geschichte?
Auf seiner Reise durch die Kontinente betrachtet der Autor unter anderem Systeme in China, Afrika, Nord- und Südkorea, England und Amerika sowie Schweden. Laut Zitelmann gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten ein Wirtschaftssystem zu organisieren: „Im ersten Fall gibt es kein Privateigentum an Produktionsmitteln sowie Grund und Boden, sondern nur Staatseigentum. In Planungsbehörden wird festgelegt, was in welcher Menge produziert wird. Im zweiten Fall ist das Privateigentum garantiert und die Unternehmer produzieren im Rahmen einer rechtlichen Ordnung jene Güter, von denen sie glauben, dass die Konsumenten sie brauchen. […] Das erste System nennt man Sozialismus, das zweite Marktwirtschaft oder Kapitalismus. (5 f.)“
In China wurde unter Mao Zedong (seit 1949 regiert) das größte sozialistische Experiment durchgeführt. Dabei verhungerten Millionen Chinesen und Tiere. Die kommunistische Führung verfolgte eine Kollektivierung der Landwirtschaft. Dabei wurden immer mehr Bauern abgezogen, um in gigantischen Bewässerungsprojekten oder in der Stahlproduktion zu arbeiten. Gleichzeitig entstand eine große Getreideknappheit und logistisches Chaos. Als China anfing, die Planwirtschaft zu reduzieren, mussten die Menschen nicht mehr hungern und die landwirtschaftliche Produktion stieg an. An dieser Stelle ist anzumerken, dass China nach wie vor ein sozialistisch-planwirtschaftliches System mit marktwirtschaftlichen Elementen unterhält.
Bei der Betrachtung der Entwicklungshilfe in Afrika stellt Zitelmann fest, dass dauerhafte finanzielle Transferleistungen, die das Ziel haben, die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, genau das Gegenteil bewirken. Oft landen die Gelder in korrupten Händen oder bleiben unproduktiv. Stattdessen sind gerade die Teile Afrikas aus der Armut aufgestiegen, die eine Wende zur freie(re)n Marktwirtschaft geschafft haben. Dabei begannen viele afrikanische Staaten mit Privatisierungen und ebneten damit den Weg zu mehr Wohlstand innerhalb der Bevölkerung.
„Wird der Kapitalismus-Anteil in einer Wirtschaft erhöht, […] dann führt das in der Regel zu mehr Wachstum und der Mehrheit der Menschen geht es damit besser.“
Zitelmann, Kapitalismus, 6
3. Der Grad der wirtschaftlichen Freiheit
Heutzutage haben wir die Möglichkeit, durch den Index of Economic Freedom den Zusammenhang zwischen Kapitalismus und Wohlstand zu messen. Dieser wird seit 1995 von der amerikanischen Heritage Foundation ermittelt. Aktuell wird der Index angeführt von Singapur, gefolgt von Schweiz, Irland und Taiwan. Die Auswertung basiert auf zwölf Kriterien, die alle gleichwertig behandelt werden:
- Eigentumsrechte
- Gerichtliche Wirksamkeit
- Staatliche Integrität
- Steuerbelastung
- Staatsausgaben
- Finanzpolitische Gesundheit
- Unternehmerische Freiheit
- Freiheit des Arbeitsmarktes
- Währungsfreiheit
- Handelsfreiheit
- Investitionsfreiheit
- Finanzielle Freiheit
Diese Faktoren ermitteln, welche Länder als wirtschaftlich frei gelten. Darüber hinaus konnte in diesem Zusammenhang auch nachgewiesen werden: „Je mehr wirtschaftliche Freiheit herrscht, desto seltener kommt es zu Bürgerkriegen, desto höher ist die politische Stabilität, desto seltener werden Morde und Menschenrechtsverletzungen begangen, desto niedriger ist der Militarisierungsgrad von Gesellschaften und desto sicherer fühlen sich die Menschen. (173)“
4. Fazit
In seinem Buch „Kapitalismus ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Eine Zeitreise durch fünf Kontinente“ hält Rainer Zitelmann ein Plädoyer für die freie Marktwirtschaft. Dabei zeigt er sachlich und Faktenbasiert anhand der Geschichte vieler Länder auf, welches wirtschaftliche System nachhaltig zum Wohlstand führt und damit auch zu einem besseren Leben für die Menschen. Wer das einmal verstanden hat, erkennt, warum ideologische und sozialistische Vorhaben auf dem Papier in Teilen sicherlich gut klingen mögen, in der Realität jedoch für die Gesellschaft stets negative Auswirkungen nach sich ziehen. Papier ist schließlich geduldig. Ich kann mich dem Plädoyer für mehr freie Marktwirtschaft nur anschließen. Und wie siehst Du das?




Hallo Elena,
von einer ernst zu nehmenden Darstellung erwarte ich mir eine objektive Beschreibung der Vorteile und ebenso auch der Nachteile.
Ich kenne nur deinen Artikel, nicht das Buch selbst; es wirkt aber, als würden die zweifelsfrei vorhandenen Nachteile des Kapitalismus unter den Tisch fallen?
Gruß Walter
Hallo Walter. Vielen Dank für deine Anregung. Das wäre eine Idee für einen weiteren Beitrag. Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Das stimmt. Wie du sicher in der Einleitung gelesen hast, ging es in diesem Beitrag um die These von Zitelmann.
Viele Grüße
Die Finanzphilosophin